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Müllrose, Tor zum Schlaubetal

Müllrose (niedersorbisch: Miłoraz) ist eine amtsangehörige Stadt im Landkreis Oder-Spree im Bundesland Brandenburg (Deutschland). Sie ist Sitz des Amtes Schlaubetal

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Geographie

Müllrose befindet sich am nördlichen Ende des Schlaubetals, einer eiszeitlich entstandenen Schmelzwasserrinne. Der Ort liegt zwischen dem Kleinen und Großen Müllroser See. Die Schlaube mündet hier in den Kleinen Müllroser See. Müllrose gilt als „Tor zum Schlaubetal“ durch seine Nachbarschaft zum Naturpark Schlaubetal mit seinen Naturschutzgebieten, in denen vielfältige sowie seltene Arten der Flora und Fauna vorkommen.

Mit 14 km ist Müllrose sowohl von der südwestlich gelegenen Kreisstadt Beeskow als auch von der nordöstlich gelegenen Stadt Frankfurt (Oder) gleich weit entfernt.

Gemeindegliederung

Die Stadt Müllrose hat keine Ortsteile im Sinne der Kommunalverfassung, sondern „nur“ drei bewohnte Gemeindeteile: [2]

sowie die Wohnplätze Katharinensee und Seeschlösschen.

Geschichte


Müllrose wurde vermutlich um 1260 eine brandenburgisch-markgräfliche Stadt, eine Annahme, welche sich darauf stützt, dass die Bestätigungsurkunde der Stadt vom 15. April 1275 Otto III. als Stadtgründer benennt, welcher 1258 diesen Teil des Lebuser Landes allein besaß, jedoch spätestens 1265, denn die 10 Freijahre der Stadt nach Gründung werden in dieser Urkunde nicht mehr erwähnt, waren also bereits abgelaufen.  Die „Gründung“ fand im Rahmen der mittelalterlichen deutschen Ostsiedlung in vormals slawischem Siedlungsgebiet statt.

Im Laufe der Geschichte entwickelte sich der Ort zur Ackerbürgerstadt. Bestimmend im Stadtbild sind heute der sechsstöckige in Backstein ausgeführte Mühlenkomplex der Müllroser Mühle am Müllroser See, die barocke und klassizistische Pfarrkirche von 1747 und der Marktplatz. Die Ortsgeschichte ist eng mit der Mühle verbunden.

Ortsnam

Der Ortsname wandelte sich im Laufe der Zeit:

  • 1275 Molrasen
  • 1285 Melraze
  • 1373 Mulraze, Melrase
  • 1377 Melratze
  • 1432 Mölrose, Mülrose, Milrace
  • 1444 Melrace, Melrocze, Melrasz und Melracze
  • 1448 Melrose
  • 1558 Müllroß
  • 1770 Müllrose

Alten Urkunden ist zu entnehmen, dass die Einwohner den wendischen Namen der alten Siedlung [6] aus der Zeit vor 1258 offensichtlich übernommen haben. Der Versuch einer Deutung wurde immer wieder vorgenommen und basiert vielleicht auf dem altsorbischen, der Personenname Milorad steht für „lieb, teuer, froh“. [7] Eine andere Deutung bezieht sich auf die Vokabel „brod, brad“ = „Furt“ und „mel“ für „klein“, danach bedeutet Melrad „kleine (schmale) Furt“. [8]

Mittelalter und Neuzeit

1275 besaß Müllrose urkundlich bereits eine Kirche mit 4 Hufen Land. Zwischen 1275 und 1770 bestand die Burganlage nahe dem Katharinensee unter der Bezeichnung „Häsckenburg“. Namensgeber war der Schultheiss Wilhelm Hase. Weite Teile der Stadt Müllrose und seine Burg wurden Anfang April 1432 von den Hussiten zerstört.

1444 bis etwa 1665 war Müllrose als adlige Stadt im Besitz derer von Burgsdorff, deren Stammsitz befand sich auf dem Platz des 1774 errichteten Gasthauses „Zur Sonne“. 1571 wurde ein erstes Schulgebäude in den Kirchenbüchern erwähnt. Bis 1754 unterstand Müllrose dem Landesherren bis auf wenige Besitzungen, so kam es zu dem Umstand, dass das Amt Biegen zeitweilig für die Stadt Müllrose zuständig wurde. 1771 wurde nördlich von Müllrose die Kolonie Müllrose durch 8 Pfälzer Familien angelegt. Eingemeindet wurde die Kolonie 1907.

Ab 1808 war Müllrose durch die Steinsche Städteordnung wieder selbständige Stadt. Am 1. Juli 1855 wurde eine öffentliche Sparkasse eröffnet. 1868 erfolgte ein Schulneubau und 1869 kam es zum Anschluss an das Telegrafennetz. Am 1. Januar 1877 eröffnete die Eisenbahnstation. Im Jahre 1900 wurde im Ort der „Müllroser Anzeiger“ in einer eigenen Buchdruckerei gedruckt, auch heute findet sich eine Druckerei in Müllrose. Die Freiwillige Feuerwehr Müllrose gründete sich im Jahr 1901 und sorgt seitdem für den Brandschutz und die allgemeine Hilfe. Mit dem Bau der Tuberkulose-Heilstätte verfügte der Ort ab 1907 über ein Sanatorium. Das Heimatmuseum eröffnete 1933, in den Jahren des Zweiten Weltkrieges mussten ausländische Zwangsarbeiter in Müllrose arbeiten. Die Rüstungsbetriebe „Speerlager“ und Organisation „Todt“ hatten Standorte in Müllrose. Zum Kriegsende wurde die Mühle bei Bombenalarmen als Luftschutzbunker genutzt. Am 23. April 1945 wurde mit dem Abzug der Wehrmacht die Kanalbrücke gesprengt. Da sie nicht vollständig zerstört wurde, gelangen am 24. April 1945 die ersten sowjetischen Soldaten nach Müllrose. Die Zerstörungen in der Stadt waren im Verhältnis zu umliegenden Orten gering, nur der Kirchturm erhielt einen Granattreffer, durch welchen die Kirchturmuhr stehen blieb

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges und der Gründung der DDR nahm 1952 der staatliche Forstwirtschaftsbetrieb Frankfurt/Oder seinen Sitz in Müllrose. 1954 wurde die Villa des enteigneten Mühlenbesitzers Schmidt zum Kinderheim „Am See“, diese Einrichtung existierte dort bis 1995. [10] 1955 wurde das Heimatmuseum wieder eröffnet. Ab 1956 konnten sich die Bewohner im neuen Landambulatorium behandeln lassen, dieses wurde 1991 privatisiert. 1962 wurde Kaisermühl, 1972 Biegenbrück und 1974 Dubrow eingemeindet. Das Sanierungsprogramm des Ortskerns startete 1992, der Gewerbepark wurde im gleichen Jahr eingeweiht. Das Amt Schlaubetal wurde 1993 gegründet und seit dem 14. Juli 2003 ist Müllrose staatlich anerkannter Erholungsort.

Textquelle: Wikipedia